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Missions-Spital Diospi Suyana in Curahuasi, Peru: Erste Patienten mit Königsee Implantaten versorgt

Curahuasi/Peru, den 08.05.2017

Seit 15.03.2017 hat Dr. med. Tim Boeker offiziell begonnen, die unfallchirurgische Abteilung am Missions-Spital Diospi Suyana in Curahuasi/Peru aufzubauen. Wir spendeten dafür eine umfassende Ausstattung an modernen Instrumenten und Implantaten.

Dr. Boeker zieht ein erstes Fazit:

 

Vor unserer Ausreise nach Peru war ich unfallchirurgischer Funktionsoberarzt am St. Josefskrankenhaus Freiburg. Nach fünf Monaten Sprachschule in Arequipa, der zweitgrößten Metropole Perus, zur Vorbereitung auf unseren Einsatz am Hospital, bin ich mit meiner Ehefrau, Dr. Miriam Boeker (Gynäkologin), und meinen Kindern Sem (6), Joah (3) und Liah (1) im Februar 2017 nach Curahuasi umgezogen. Hier leben wir  nun mit den ortansässigen Quechua-Indianern. Der Ort befindet sich auf 2650 m Höhe in Apurímac, dem ärmsten Bundesstaat Perus. Wir werden für insgesamt dreieinhalb Jahre am Hospital Diospi Suyana mitarbeiten.

Als überzeugte Christen sehen wir als Familie unseren Lebensauftrag darin, dem Vorbild Jesu zu folgen, der sein Leben in Arme, Kranke und Benachteiligte investierte.

Ein deutsches Ärzteehepaar aus Wiesbaden, Dr. Klaus und Dr. Martina John, gründete das 2007 eröffnete Missionsspital Diospi Suyana. Die Hauptpatientengruppe des Hospitals sind die mittellosen Quechua-Indianer, Nachfahren der legendären Inkas, deren Alltag geprägt ist von bitterer Armut, schlechten hygienischen Verhältnissen und mangelhafter medizinischer Versorgung.

Der traumatologische Bedarf der Region ist groß. Das Hospital Diospi Suyana befindet sich an der Panamericana, wo es immer wieder zu Unfällen kommt. Die hauptsächlich landwirtschaftliche Tätigkeit der Quechua birgt ebenfalls große Risiken für Verletzungen. Bisher gab es am Hospital Diospi Suyana keine Traumatologie. Alle operativ zu versorgenden Verletzten mussten 1,5 Stunden durch die Anden in die nächstgrößere Klinik transportiert werden. Doch selbst dort werden selbst schwere Frakturen nicht (wenn die Patienten nicht über die finanziellen Mittel verfügen) oder erst nach Wochen versorgt.

Dank der großzügigen Unterstützung der Firma Königsee-Implantate, welche eine umfassende Ausstattung an modernen Instrumenten, Implantaten und Nachlegeware zur Verfügung gestellt hat, kann ich nun hier vor Ort mit der Versorgung akuter Verletzungen beginnen.

Bereits während der Umzugsphase wurde ich bezüglich vieler Fälle alter und fehlverheilter Frakturen von den allgemeinärztlichen Kollegen des Hospitals um Rat gebeten, und schon vor meinem offiziellen Arbeitsbeginn am Hospital versorgte ich am 10.03.2017 eine erste akute Verletzung. Ein fünfjähriger Junge aus Cusco besuchte gemeinsam mit seiner Mutter Angehörige in Curahuasi und stürzte beim Spielen auf den linken Arm. Dabei zog er sich eine Monteggia-Äquivalentverletzung des linken Unterarms zu.

Es wurde also umgehend das von Königsee-Implantate gespendete Gleitnagelsieb sterilisiert, und der Junge konnte zeitnah mittels geschlossener Reposition und Gleitnagelstabilisierung der Ulna versorgt werden.

Die Bedeutung einer solchen orts- und zeitnahen Versorgung für die lokale Bevölkerung wurde mir in den darauffolgenden Sprechstunden noch deutlicher bewusst. Innerhalb von nur vier Tagen stellten sich weitere drei Kinder bzw. Jugendliche vor, die vor Monaten bzw. Jahren dieselbe Verletzung erlitten hatten, jedoch nicht adäquat behandelt worden waren.

Alle drei hatten deutliche Fehlstellungen bzw. Bewegungseinschränkungen. Der Junge hingegen, den ich zuerst dank der Unterstützung der Firma Königsee-Implantate versorgen konnte, wird aller Voraussicht nach lediglich eine kleine Narbe am Unterarm davon tragen. Für erwachsene Patienten wird die adäquate Versorgung ihrer Frakturen den Erhalt ihrer Erwerbsfähigkeit bedeuten und die wirtschaftliche Existenz ganzer Familien sichern.

In diesem Sinne nochmals herzlichen Dank an die Firma Königsee Implantate für die großzügige Unterstützung des Aufbaus der unfallchirurgischen Abteilung für die benachteiligten Quechua-Indianer Perus.

Autor: Dr. med. Tim Boeker (Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie)